Innentüren austauschen: So wählen Sie zwischen CPL, Weißlack und Massivholz
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Innentüren austauschen: So wählen Sie zwischen CPL, Weißlack und Massivholz
Wenn eine Innentür klemmt, vergilbt ist oder den Flur alt aussehen lässt, steht schnell die Frage im Raum: nur streichen oder komplett austauschen? Entscheidend sind Türmaß, Wandstärke, Nutzung und ob Sie in Eigentum oder Mietwohnung wohnen.
Für deutsche Wohnungen sind drei Lösungen besonders relevant: robuste CPL-Türen, klassische Weißlack-Türen und hochwertige Massivholztüren. Der folgende Vergleich zeigt, welche Tür zu welchem Raum passt, was sie realistisch kostet und wo typische Fehler beim Aufmaß entstehen.
Auf einen Blick
- CPL-Türen sind pflegeleicht, kratzfester als einfache Lacktüren und kosten meist 170 bis 340 EUR komplett mit Zarge.
- Weißlack-Türen wirken ruhiger und wohnlicher, sind aber empfindlicher bei Stößen. Rechnen Sie mit 250 bis 520 EUR je Türset.
- Massivholztüren lohnen sich in Eigentum, Altbau und hochwertigen Sanierungen. Komplettpreise starten oft bei 550 EUR und gehen deutlich höher.
- Wichtig vor dem Kauf: Rohbaumaß, Wandstärke, DIN-Richtung, Bodenaufbau und Mietrecht prüfen.
CPL, Weißlack oder Massivholz: der direkte Vergleich
Innentüren werden häufig nach Optik gekauft, in der Praxis entscheidet aber die Oberfläche über Alltagstauglichkeit. Eine Tür zum Kinderzimmer, zur Küche oder zum WG-Flur wird deutlich stärker beansprucht als eine Tür zum Gästezimmer.
Bei Normtüren nach DIN 18101 sind typische Türblatthöhen 198,5 cm oder 211,0 cm. Häufige Breiten im Wohnungsbau sind 73,5 cm, 86,0 cm und 98,5 cm. Gerade im Altbau weichen Öffnungen jedoch oft ab, deshalb ist Messen wichtiger als der Katalogpreis.
| Türart | Stärken | Typische Kosten pro Türset |
| CPL-Tür | Sehr pflegeleicht, gut für Flur, Küche, WG und Kinderzimmer | 170 bis 340 EUR inklusive Zarge, ohne Montage |
| Weißlack-Tür | Ruhige Optik, gut für Neubau, Schlafzimmer und Wohnzimmer | 250 bis 520 EUR inklusive Zarge, ohne Montage |
| Massivholztür | Wertige Haptik, reparierbar, passend für Altbau und Eigentum | 550 bis 1.200 EUR inklusive Zarge, ohne Montage |
| Tür mit Schallschutzeinlage | Besser für Homeoffice, Schlafzimmer zur Diele, Wohnungseingangs-nahe Räume | 420 bis 900 EUR je nach Klasse und Zarge |

CPL: die pragmatische Lösung für viel Betrieb
CPL steht für Continuous Pressure Laminate. Die Oberfläche ist ein harzgetränktes Schichtmaterial, das auf ein Türblatt aufgebracht wird. Sie ist unempfindlicher gegen Kratzer, Feuchtigkeitsspritzer und Reinigungsmittel als viele einfache Lackoberflächen.
Für eine 86,0 cm breite CPL-Tür in Weiß oder heller Eiche zahlen Sie im Baumarkt oder Fachhandel häufig 90 bis 180 EUR für das Türblatt und 80 bis 160 EUR für die passende Zarge. Eine einfache Drückergarnitur kostet 25 bis 70 EUR. Mit Montage liegen viele Projekte bei etwa 370 bis 650 EUR pro Tür.
CPL eignet sich besonders für Mietwohnungen, WGs, Kinderzimmer, Vorratsräume und Küchen. Die Optik ist heute deutlich besser als früher, dennoch wirkt eine CPL-Oberfläche meist etwas technischer und weniger tief als echter Lack oder Holz.
Weißlack: ruhige Optik, aber nicht für jede Belastung
Weißlack-Türen sind der Standard in vielen Neubauten und modernisierten Wohnungen. Sie reflektieren Licht, lassen schmale Flure breiter wirken und passen zu fast jedem Bodenbelag. In einer 65 m² Neubauwohnung mit offenem Wohnbereich kann eine durchgehende Weißlack-Lösung sehr ruhig und hochwertig aussehen.
Erfahrungsgemäß lohnt sich bei Weißlack der Blick auf die Kanten. Billige Türen haben oft empfindliche Rundkanten oder sichtbare Folienübergänge, bessere Türen sauber lackierte Kanten und eine stabilere Einlage. Gute Weißlack-Türblätter kosten meist 140 bis 320 EUR, passende Zargen 110 bis 200 EUR.
Nachteilig ist die Empfindlichkeit gegen harte Stöße. Ein Staubsauger, Kinderfahrzeug oder Umzugskarton hinterlässt schneller Macken als bei CPL. Kleine Schäden lassen sich ausbessern, bleiben aber bei ungünstigem Licht oft sichtbar.
Massivholz: hochwertig, schwerer und planungsintensiver
Massivholztüren passen besonders gut zu Altbauwohnungen, Einfamilienhäusern und Eigentumswohnungen mit langfristigem Nutzungshorizont. Eiche, Kiefer oder Buche bringen Tiefe und Haptik, die eine Dekoroberfläche nicht erreicht. Außerdem lassen sich echte Holztüren später schleifen, ölen oder lackieren.
Der Preis ist deutlich höher. Ein einfaches massives Kieferntürblatt beginnt etwa bei 300 bis 450 EUR, Eiche liegt oft bei 600 bis 1.000 EUR. Mit Zarge, Beschlägen und Montage kann eine hochwertige Massivholztür schnell 900 bis 1.600 EUR kosten.
Zu beachten ist das höhere Gewicht. Nicht jede alte Zarge, jedes Band und jede Wandöffnung ist dafür geeignet. In schlecht gedämmten Altbauten können starke Feuchteschwankungen außerdem zu leichtem Arbeiten des Holzes führen.
Maße, Normen und Kosten: hier entscheidet sich das Projekt
Die schönste Tür nützt wenig, wenn Zarge und Wandöffnung nicht zusammenpassen. Messen Sie immer an mehreren Stellen: lichte Breite der Maueröffnung oben, mittig und unten, lichte Höhe links und rechts sowie Wandstärke inklusive Putz, Fliesen oder Wandverkleidung.
Typische Wandstärken in deutschen Wohnungen liegen bei etwa 11,5 cm, 14,5 cm, 17,5 cm oder 24,0 cm. Zargen werden meist für Spannbereiche angeboten, etwa 12,0 bis 14,0 cm oder 14,0 bis 16,0 cm. Bei gefliesten Badwänden muss die Fliese mitgemessen werden.
DIN 18101 regelt gängige Türblattgrößen und Zargenmaße. Für barrierearmes Planen ist außerdem DIN 18040 relevant, dort spielt eine ausreichende lichte Durchgangsbreite eine Rolle. Im Bestand ist nicht jede Öffnung ohne Bauarbeiten auf 90 cm Durchgangsbreite zu bringen, aber bei einer Sanierung sollte man diese Frage früh prüfen.
Rechenbeispiel aus der Praxis
In einer 75 m² Altbauwohnung in Hamburg sollen fünf alte braune Türen durch helle CPL-Türen ersetzt werden. Die Öffnungen sind überwiegend 86,0 cm breit und 198,5 cm hoch, zwei Zargen sitzen in 17,5 cm starken Wänden. Der Boden wurde bereits mit 8 mm Klickboden und 2 mm Unterlage erhöht.
Für fünf CPL-Türblätter zu je 145 EUR entstehen 725 EUR. Fünf Zargen zu je 125 EUR ergeben 625 EUR. Dazu kommen fünf Drückergarnituren zu je 45 EUR, also 225 EUR. Für Montageschaum, Dichtungen, kleine Ausgleichsleisten und Entsorgung alter Türen sollte man etwa 180 bis 280 EUR einplanen.
Die Montage durch einen Tischler oder Montageservice kostet häufig 180 bis 350 EUR pro Tür, je nach Region, Altbauzustand und Anpassungsaufwand. Bei fünf Türen sind das 900 bis 1.750 EUR. Das Gesamtbudget liegt in diesem Beispiel realistisch bei etwa 2.655 bis 3.605 EUR.
Versteckte Kosten nicht unterschätzen
Besonders teuer werden Türen, wenn die Wandöffnung nicht rechtwinklig ist oder alte Metallzargen entfernt werden müssen. Das Ausbauen einer Stahlzarge kann pro Stück zusätzlich 120 bis 300 EUR kosten, inklusive Putzreparatur auch mehr. Bei Fliesenanschlüssen im Bad ist sorgfältiges Arbeiten nötig, sonst entstehen Folgekosten.
Auch der Bodenanschluss wird oft vergessen. Wenn neue Türen auf altem Parkett geplant werden, später aber 12 mm Bodenaufbau hinzukommt, kann das Türblatt schleifen. Dann muss gekürzt werden, was je Tür etwa 30 bis 80 EUR kostet. Mehr zur Reihenfolge bei Boden und Türen passt gut zu Altbau renovieren.
Welche Tür passt zu welchem Raum?

Nicht jeder Raum braucht dieselbe Tür. Ein einheitliches Türbild ist schön, doch Oberfläche, Schalldämmung und Feuchteresistenz sollten zur Nutzung passen. Häufig sehen wir bei Kunden, dass aus Spargründen überall die billigste Röhrenspantür gewählt wird und später genau Schlaf- oder Arbeitszimmer akustisch enttäuschen.
Flur, Küche und Kinderzimmer
Für Flure, Küchen und Kinderzimmer ist CPL meist die beste Kosten-Nutzen-Lösung. Dort gibt es viele Berührungen, Taschen reiben an Kanten, Kinderhände hinterlassen Spuren und in der Küche kommen Feuchtigkeit und Fettfilm dazu. Eine matte CPL-Oberfläche in Weiß, Greige oder heller Eiche lässt sich mit mildem Reiniger gut pflegen.
Planen Sie bei kleinen Fluren sorgfältig die Öffnungsrichtung. Eine Tür mit DIN links oder DIN rechts wird immer von der Bandseite aus betrachtet. Öffnet eine Tür ungünstig in eine 95 cm schmale Diele, blockiert sie schnell Garderobe oder Schuhschrank. Tipps zur Möblierung finden Sie ergänzend unter Flur gestalten.
Schlafzimmer und Homeoffice
Für Schlafzimmer und Homeoffice lohnt sich ein besser gefülltes Türblatt. Eine einfache Wabeneinlage ist leicht und günstig, dämmt aber schlechter gegen Geräusche. Röhrenspan oder Vollspan sind schwerer und fühlen sich wertiger an. Für eine Tür mit besserer Schalldämmung zahlen Sie meist 120 bis 300 EUR Aufpreis gegenüber einer einfachen Standardtür.
DIN 4109 betrifft den Schallschutz im Hochbau, bei Innentüren innerhalb der Wohnung ist jedoch die konkrete Türkonstruktion entscheidend. Dichtung, Bodenspalt und Zarge sind genauso wichtig wie das Türblatt. Ein 12 mm breiter Spalt unter der Tür kann jede bessere Einlage akustisch schwächen. Wenn Lärm ein Hauptthema ist, lesen Sie auch Schallschutz Innentüren.
Bad und Gäste-WC
Im Bad zählt Feuchteresistenz. Normale Innentüren vertragen übliche Luftfeuchte, aber keine dauerhaft nassen Kanten. CPL ist hier meist robuster als einfacher Weißlack. Achten Sie auf versiegelte Unterkanten, ausreichende Lüftung und einen kleinen Luftspalt, damit Feuchtigkeit abziehen kann.
Bei Bädern ohne Fenster ist regelmäßiges Lüften über Ventilator oder Türspalt wichtig. Das Gebäudeenergiegesetz, kurz GEG, betrifft zwar primär energetische Anforderungen an Gebäude und Anlagentechnik, in der Praxis hängt Wohnkomfort aber auch von ausreichender Lüftung und Feuchteschutz ab. Eine aufgequollene Bad-Türunterkante ist fast immer ein Hinweis auf dauerhaft zu hohe Feuchte oder falsche Reinigung.
Mietwohnung, Montage und Entscheidung nach Budget
In einer Mietwohnung dürfen Sie Innentüren nicht einfach dauerhaft austauschen und entsorgen, wenn sie zur Mietsache gehören. Ein kompletter Türtausch ist in der Regel eine bauliche Veränderung und sollte schriftlich mit dem Vermieter abgestimmt werden. Bewahren Sie alte Türblätter und Beschläge auf, wenn eine Rückbaupflicht möglich ist.
Aus eigener Erfahrung ist das beste Vorgehen in Mietwohnungen oft ein abgestufter Plan. Stark beschädigte Türen dokumentieren, Vermieter um Zustimmung bitten, neutrale Standardtüren vorschlagen und klären, wer die Kosten trägt. Bei rein optischen Wünschen zahlt meist der Mieter, bei Defekten kann es anders aussehen.
Wenn das Budget knapp ist
Unter 150 EUR pro Tür ist ein kompletter Austausch kaum sauber machbar, außer Sie montieren selbst und nutzen Sonderangebote. Günstiger ist dann Streichen: Schleifpapier, Haftgrund, Lackrolle und 2,5 Liter guter Türlack kosten etwa 65 bis 120 EUR für zwei bis drei Türen. Neue Drückergarnituren für 25 bis 50 EUR pro Stück können ebenfalls viel verändern.
Streichen lohnt sich, wenn die Tür gerade, stabil und nicht aufgequollen ist. Bei tiefen Macken, schlecht schließenden Zargen oder billigen Folientüren ist der Aufwand oft höher als der Nutzen. Typischer Fehler in deutschen Altbauwohnungen: alte Türen werden dick überlackiert, ohne Bänder und Schloss sauber einzustellen. Danach schließen sie schlechter als vorher.
Wenn Sie selbst montieren möchten
Selbstmontage spart etwa 180 bis 350 EUR je Tür, verlangt aber Genauigkeit. Sie brauchen Wasserwaage, Zargenspanner oder Spreizen, Montageschaum, Keile, Cuttermesser, Bohrer und idealerweise eine zweite Person. Eine Zarge muss lotrecht, fluchtend und spannungsfrei sitzen, sonst fällt die Tür später von allein auf oder zu.
Rechnen Sie als geübter Heimwerker mit zwei bis drei Stunden pro Tür, beim ersten Mal eher mit einem halben Tag. Besonders kritisch sind schwere Massivholztüren und krumme Altbauwände. Wenn mehrere Türen in einer Sichtachse liegen, etwa drei Türen in einem 1,20 m breiten Flur, fallen Höhenunterschiede sofort auf.
Meine kurze Entscheidungshilfe
- WG, Familie, viel Betrieb: CPL mit Röhrenspan, robuste Kanten, matte Oberfläche.
- Neubauwohnung, ruhige Optik: Weißlack mit guter Kante und verdeckten oder hochwertigen Bändern.
- Altbau-Eigentum: Massivholz oder furnierte Tür, passend zu Sockelleisten und Parkett.
- Homeoffice neben Wohnbereich: besser gefülltes Türblatt, umlaufende Dichtung, geringer Bodenspalt.
- Bad: feuchtebeständige Kanten, CPL oder hochwertiger Lack, gute Lüftung.
Zusammenfassung
- Vor dem Kauf Rohbaumaß, Wandstärke, Bodenhöhe und DIN-Richtung an jeder Tür separat messen.
- CPL ist die beste Wahl für robuste Alltagsnutzung und Budgets ab etwa 370 EUR pro montierter Tür.
- Weißlack wirkt wohnlicher, braucht aber mehr Sorgfalt bei Stößen und Reinigung.
- Massivholz lohnt sich vor allem bei Eigentum, Altbaucharakter und langfristiger Planung.
- Bei Mietwohnungen immer schriftlich klären, ob Austausch, Lagerung alter Türen und Rückbau erlaubt sind.
- Für Schlafzimmer und Homeoffice nicht nur die Oberfläche, sondern Einlage, Dichtung und Bodenspalt prüfen.
- Montagekosten realistisch einplanen: 180 bis 350 EUR pro Tür sind in vielen deutschen Regionen üblich.
Häufige Fragen
Was kostet der Austausch einer Innentür komplett?
Für eine einfache CPL-Tür mit Zarge, Drücker und Montage sollten Sie meist 370 bis 650 EUR einplanen. Weißlack liegt häufig bei 500 bis 850 EUR, Massivholz oft bei 900 bis 1.600 EUR pro Tür.
Kann ich nur das Türblatt tauschen und die alte Zarge behalten?
Das geht nur, wenn Bandposition, Falz, Türmaß und Schlosslage passen. Bei älteren Türen ist das selten garantiert. Messen Sie exakt oder nehmen Sie das alte Türblatt als Muster zum Fachhändler mit.
Welche Tür ist für eine Mietwohnung am sinnvollsten?
Meist ist eine neutrale CPL-Tür sinnvoll, weil sie robust und preislich moderat ist. Vor dem Austausch brauchen Sie aber die Zustimmung des Vermieters, wenn die vorhandenen Türen zur Mietsache gehören.
Sind Weißlack-Türen schlechter als CPL-Türen?
Nicht grundsätzlich. Weißlack wirkt oft hochwertiger und ruhiger, ist aber empfindlicher gegen Kratzer und Stöße. CPL ist pflegeleichter und daher besser für stark genutzte Räume geeignet.
Welche Türbreite ist in deutschen Wohnungen üblich?
Häufig sind Türblattbreiten von 73,5 cm, 86,0 cm und 98,5 cm nach DIN 18101. Für komfortables oder barrierearmes Wohnen sollte eine größere lichte Durchgangsbreite geprüft werden.
Wann lohnt sich eine Schallschutztür innerhalb der Wohnung?
Sie lohnt sich vor allem für Schlafzimmer, Homeoffice oder Räume an lauten Fluren. Wichtig sind nicht nur Türblatt und Einlage, sondern auch umlaufende Dichtung, passende Zarge und ein möglichst kleiner Bodenspalt.
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