Thermoaktive Möbel mit Salz-PCM: Regale und Sitzbänke, die Solarstrom speichern
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- 20 Dez., 2025
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Thermoaktive Möbel mit Salz-PCM: Regale und Sitzbänke, die Solarstrom speichern
Thermoaktive Möbel mit Salz-PCM: Regale und Sitzbänke, die Solarstrom speichern
Warum nur schauen, wenn Möbel auch speichern können? Immer mehr Haushalte produzieren eigenen Solarstrom, doch abends fehlt die Wärme dort, wo man sie spürt: im Wohnraum. Thermoaktive Möbel mit Salz-PCM (Phase-Change-Material) füllen genau diese Lücke. Sie laden sich tagsüber mit Überschussenergie und geben abends sanfte Strahlungswärme ab – unsichtbar integriert in Regale, Sitzbänke oder Wandpaneele.
Was sind thermoaktive Möbel?
Thermoaktive Möbel kombinieren Speichermaterialien mit niederspannungsigen Heiz- oder Kühlkomponenten (typisch 24–48 V SELV). Kernstück sind PCM-Kassetten, die bei einer definierten Temperatur schmelzen oder erstarren. Dabei speichern sie latente Wärme, ohne sich stark zu erwärmen. Ergebnis: gleichmäßigere Raumtemperatur, weniger Luftbewegung, mehr Komfort.
Phase-Change-Materialien im Überblick
- Salzhydrate (z. B. Natriumsalze): hohe Speicherdichte, einstellbare Schmelzpunkte zwischen 20–28 °C, nicht brennbar.
- Paraffine: sehr stabil, breit verfügbar, jedoch brennbar und meist geringere Wärmeleitfähigkeit.
- Bio-PCM (z. B. Fettsäuren): erneuerbar, neutraler Geruch, für niedrige Temperaturen geeignet.
Für Wohnräume werden häufig Salzhydrate mit ca. 23–25 °C gewählt: angenehm als Abendwärme und tagsüber einfach mit Solarstrom aufladbar.
Wie laden und entladen die Möbel?
- Laden (Wärmespeicherung): Über eine 48 V-Heizfolie oder Heizmatte wird das PCM knapp über seinen Schmelzpunkt erwärmt.
- Entladen (Wärmeabgabe): Im kühleren Abendraum erstarrt das PCM und gibt Wärme als Strahlung und milde Konvektion ab.
- Sommerbetrieb: Nachts kühlen (Fensterlüftung), tagsüber Wärmespitzen abpuffern. Ergebnis: spürbar stabileres Raumklima.
Aufbau: Smart-Regal mit PCM-Speicher
Ein typisches PCM-Regal besteht aus modularen Bauteilen, die sich in bestehende Möbel integrieren lassen:
- Korpus: Holzwerkstoff (Eiche, Birke Multiplex, Linoleumoberfläche), rückseitige Serviceklappe.
- PCM-Kassetten: je ca. 1,5–2,0 kg, Speicherkapazität etwa 140–200 Wh pro Kassette (bei 23–25 °C).
- Heizebene: 48 V-Heizfolie 120–180 W m2, SELV-konform, selbstklebend auf Metall-Absorber.
- Wärmeübertrager: dünne Aluminiumbleche leiten Wärme homogen in die Möbeloberfläche.
- Regelung: Sensoren (Oberflächen- und Kernfühler), Thermostat mit Zeitprofil, optional Matter/Thread.
- Luftführung (optional): leise 12 V-Lüfter zur Boost-Abgabe an sehr kalten Tagen.
- Versorgung: 48 V-Stecknetzteil mit Sicherung, FI-geschützte Steckdose, Kabelführung unsichtbar.
Vorteile in der Praxis
| Vorteil | Beschreibung | Praxisnutzen |
|---|---|---|
| Komfort | Weiche Strahlungswärme statt heißer Luft | Wärme dort, wo man sitzt und liest |
| Energie | Nutzung von PV-Überschuss für Abendstunden | Höherer Eigenverbrauch, weniger Netzbezug |
| Platz | Wärmespeicher im Möbel versteckt | Kein Radiator, keine sichtbaren Geräte |
| Sicherheit | SELV 24–48 V, Salzhydrate nicht brennbar | DIY-geeignet, wohngesund |
| Design | Materialmix aus Holz, Metall, Filz | Architektonische Wärmeinseln |
Einsatzorte und Interior-Ideen
- Salon & Wohnzimmer: Lowboard mit Speicherkern – milde Wärme beim Filmabend.
- Homeoffice: Rückwandpaneel am Schreibtisch stabilisiert Temperatur, verbessert Akustik mit Filzfront.
- Schlafzimmer: Bettbank lädt tagsüber, gibt abends sanft Wärme ab, ohne Luft auszutrocknen.
- Bad: Handtuchbank mit PCM – warmes Sitzgefühl, schnell trocknende Textilien.
- Flur: Schuhbank mit leichter Temperierung gegen Feuchte nach Regen.
Fallstudie: Altbau-Wohnzimmer 22 m2
- Möbel: 1,6 m Lowboard mit 8 PCM-Kassetten (insgesamt ca. 1,4 kWh Speicherkapazität), 48 V-Heizfolie 160 W m2.
- Betrieb: Tags 12:00–15:00 Uhr Laden mit PV-Überschuss (250–300 W), Abgabe ab 18:30 Uhr passiv.
- Ergebnis: Abends fühlbar wärmere Sitzzone, geringere Thermostatspitzen; die Raumluft bleibt ruhiger, weil weniger Konvektionsheizen nötig ist.
- Akustik: Front aus gelochtem Holz mit Filzhinterlage reduziert Flatterechos.
Hinweis: Werte dienen als Orientierungsbeispiel. Effekte variieren je nach Gebäudehülle und Nutzerprofil.
DIY: Thermoaktive Sitzbank 120 cm bauen
Materialliste
- Multiplex 18 mm, Zuschnitt 120 × 40 × 45 cm (Korpus, Deckel, Boden, Seiten)
- 6 × PCM-Kassette 23–25 °C, je 1,8 kg
- 48 V-Heizfolie 300 × 900 mm mit Anschlusskabel
- Alu-Absorberblech 0,8 mm als Wärmeverteiler
- 48 V-Stecknetzteil 150–200 W, Feinsicherung
- Thermostat mit Fühler, optional WLAN/Matter
- 2 × leiser 12 V-Lüfter 80 mm (optional) + DC-Wandler 48 → 12 V
- Filzauflage 5–8 mm, Kleber VOC-arm
- Kabelkanal, Zugentlastungen, Gummitüllen
Schritt-für-Schritt
- Korpus verschrauben, Serviceklappe rückseitig vorsehen, Kanten schleifen.
- Alu-Absorber innen auf Deckelfläche befestigen, Heizfolie blasenfrei aufbringen.
- PCM-Kassetten in Halterahmen einlegen, Dehnfuge von 2–3 mm je Kassette belassen.
- Fühler an Oberfläche und im PCM-Fach platzieren, Kabel ordentlich führen, Zugentlastungen montieren.
- 48 V-Netzteil in belüftetem Fach unterbringen; Sicherung vorsehen; Lüfter optional mit Wandler speisen.
- Thermostat programmieren: Laden am frühen Nachmittag, Maximaltemperatur 27 °C.
- Filzauflage auf Deckel kleben, Bodengleiter montieren, Kabelauslass an Rückseite entkoppeln.
Sicherheit: Ausschließlich SELV-Niederspannung im Möbel verwenden. Netzanschluss nur über fertiges Stecknetzteil mit FI-geschützter Steckdose. Keine abgedeckten Heizelemente ohne Temperaturüberwachung betreiben.
Pro / Contra kurzgefasst
| Aspekt | Pro | Contra |
|---|---|---|
| Komfort | Angenehme Strahlung, ruhige Luft | Träge im Vergleich zu Heizlüftern |
| Energie | PV-Überschuss nutzbar | Kapazität begrenzt je Modul |
| Design | Unsichtbar integriert | Mehr Gewicht durch PCM |
| Wartung | Modulare Kassetten tauschbar | Jährliche Funktionskontrolle sinnvoll |
Gestaltung & Stil
- Materialmix: Eiche natur + schwarzes Alu für technischen Kontrast.
- Textur: Linoleumfronten, geölte Oberflächen, Filz für Akustik.
- Licht: Indirekte LED 24 V hinter der Warmfront betont die Funktionsebene.
- Farben: Erdige Töne (Sand, Oliv) unterstreichen den Wärmeeindruck.
Gesundheit, Sicherheit & Nachhaltigkeit
- Wohngesund: Kleber und Lacke mit niedrigen VOC wählen, Kanten sauber versiegeln.
- Brandschutz: Salzhydrat-PCM ist nicht brennbar; Holzoberflächen dennoch üblich sorgfältig schützen.
- Recycling: Kassetten sind getrennt vom Möbel rückbaubar; Holzanteile wiederverwertbar.
- Feuchtemanagement: Lüftungsschlitze vorsehen, keine dauerhafte Abdeckung der Heizzone.
Ausblick: Möbel als Teil des Energie-Ökosystems
- Direktstrom aus Balkon-PV in 24/48 V-DC-Schienen für lokale Speicherzonen.
- Lastmanagement: Thermostate reagieren auf Stromtarife, laden bei günstigen Preisen.
- Sensorfusion: Belegungs- und Wetterprognosen optimieren Ladefenster.
Fazit
Thermoaktive Möbel vereinen Interior-Design, Komfort und Energieeffizienz in einem Bauteil. Mit modularen Salz-PCM-Kassetten entsteht Wärme genau dort, wo wir sie empfinden – ohne sichtbare Technik. Wer PV-Überschuss sinnvoll in den Abend verlängern will, findet in Regalen, Sitzbänken und Paneelen eine überraschend elegante Lösung.
CTA: Starten Sie mit einem kleinen Projekt – einer 120 cm Sitzbank im Wohnzimmer – und erleben Sie, wie Möbel zu stillen Energiemanagern werden.
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